Die Zeit steht still im Longshan Tempel von 1783 im alten Viertel Wanhua zu Ehren der Göttin Guanyin. Es ist offensichtlich ein Festtag. Frauen, wie eine Art Nonnen gekleidet, sind im Inneren des Tempels und singen mit Musikbegleitung. Der Hof ist voller Menschen, die beten. Rauchschwaden von den Unmengen brennender Räucherstäbchen umhüllen alles .Von Zeit zu Zeit lodern in den goldenen Bronzekesseln neben den Räucherstäbchen kleineFeuer von verbranntem Papiergeld auf. Die Tische mit dem zu weihenden Obst und Essen sind randvoll. Das Gemurmel der leise leise gesprochenen Bitten an die Göttin oder andere auch hier noch vorhandene Götter, erfüllt den Innenhof. Die Ständer mit den Kerzen müssen ständig gereinigt werden und sind sofort wieder ein neues Bild leuchtender Lichter im Nebel der Räucherstäbchen. Es zieht einen in den Bann des Geschehens und es ist nicht leicht zu gehen wegen dieser Mischung aus monotoner Wiederholung und immer wieder faszinierender Blicke auf die Menschen im Tempel beim Vollzug der immer wiederkehrenden Rituale, plötzlicher Geräusche von Glocken oder das in der andächtigen Stille hart klackende Geräusch der auf dem Boden aufschlagenden Glückssteine.
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Dr.Mielke Burkhard
Autor: Dr. Burkhard Mielke
Berlin ist meine Stadt – Geburtsort und seit Jahren wieder die Stadt, in der ich lebe. Geprägt hat mich am meisten mein Studium der Romanistik und des Sports an der Sporthochschule und Universität zu Köln. Begeistert hat mich jedoch meine Promotion zum Dr. phil. Diese ermöglichte mit dem Thema „Tourismus oder Völkerverständigung? Die internationalen Begegnungen der Schulen“ , eine Verbindung herzustellen zwischen der Faszination des Reisens und der Begegnung von Jugendlichen, Kulturen und Lebensorten. Als junger Lehrer waren es Schüler-Austauschfahrten mit Tunesien, als Schulleiter die Schulpartnerschaften mit Upstate New York, Beijing und Shanghai, als Präsident der Europäischen Schulleitungsvereinigung (ESHA) und Board Member der Internationalen Schulleitungsorganisation (ICP) viele internationale Tagungen zur Bildung der Jugend an unterschiedlichsten Orten der Welt. Immer war es mein Bestreben, andere mitzunehmen in diese Faszination des einen Augenblick lang Fremden, des Austausches und der neuen Erfahrungen, die uns auf immer andere Weise sagen: Ja, dies ist unsere Welt.
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