Reisen für ein reiches Leben 15. Juni 2025
Burkhard Mielke hat ein neues Buch geschrieben. Es macht Spaß, es zu lesen, und es macht gleichzeitig nachdenklich.
Das Buch handelt von seinen jüngsten Reisen seit 1991 (mit Ausnahme einer Reise im Jahre 1968 nach Prag) in die Antarktis nach China, nach Nepal, New Mexico, Palau, St Pierre (bei Neufundland), Tansania, Taiwan, Tibet, Uganda, Vietnam und nach Mustang (am Himalaya). Es ist in feiner Sprache geschrieben und mit vielen selbstgefertigten Fotos und Grafiken versehen. Die Fotos vermitteln bisher zum Teil unbekanntes Wissen über die Reiseländer, aber auch etwas über die Emotionen, die Burkhard bei seinen Reisen begleiteten.
Es waren keine gewöhnlichen, keine nur touristischen Reisen, sondern belangreiche Reisen auf dem Wege (im doppelten Sinne) zur Anreicherung seiner eigenen Biografie – durch neue Erfahrungen und durch Reflektion.
Beispielsweise schreibt Burkhard anlässlich einer Bergtour am Rande des Himalaya: „Die physische Anstrengung geht einher mit der Auseinandersetzung mit mir selbst als ständigem inneren Dialog. Mehr und mehr ist nichts außer mir selbst wichtig, ich habe ein Ziel, eine Herausforderung, und ich darf und will nicht aufgeben.“ (S. 70). Das hält ihn aber selbst auf Reisen nicht ab vom sozialen Engagement:
So unterstützte und unterstütz er eine Schulpartnerschaft in Nepal und organisierte Schüleraustauschprogramme mit Schulen in Tunesien, New York, Beijing und Sanghai.
Burkard fühlte sich nicht von atemberaubenden Locations angezogen, wie sie der Zeitgeist prägt, sondern er hat eigentümliche Orte aufgesucht, zu denen ihn seine Neugier führte, hat dort verweilt, hat sie studiert und vieles davon nicht vergessen. Menschen prägen Orte, aber auch Orte prägen Menschen. Jeder Ort ist anders, Menschen sind es ebenso. Letztlich lernt man sich selbst auch durch Andere kennen. Und bei Reisen in die entlegensten Orte der Welt sogar durch ganz Andere.
Burkard reflektiert auf seinen langen Reisen auch sein Verhältnis zur Natur. Angesichts der von ihm beobachteten globalen Umweltprobleme und der zunehmenden Zerstörung natürlicher Lebensräume gewinnt das Konzept der Nachhaltigkeit an offensichtlicher Bedeutung. Es impliziert, die natürlichen Ressourcen zu bewahren, ökologische Gleichgewichte zu erhalten und zukünftigen Generationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen. Viele der von ihm besuchten Kulturen und Traditionen betonen die Wertschätzung und den Respekt vor der Natur als Ausdruck von Dankbarkeit, Demut und Achtsamkeit. Dies spiegelt sich in verschiedenen Formen von Burkhards Fotos wider. Sein Verhältnis zur Natur ist geprägt von einer Vielzahl von Perspektiven und Ansätzen, die die Relevanz, aber auch die Ambivalenz und Komplexität dieser Beziehung verdeutlichen.
Zum Schluss zieht Burkhard ein Fazit. Auch das lohnt, zitiert zu werden: „Doch was bleibt ist das Erlebnis des ´zu sich selbst Kommens´ in der Stille dieser vorbeiziehenden einzigartigen Natur und des unerwarteten Glücks, all dies bei schönem Wetter und ruhiger See erleben zu dürfen“. (S. 133)
Dieses Buch erweckt den Wunsch, selber gleich aufbrechen zu wollen, auch über die eigenen Reisen neu zu denken, die eigene Biografie zu reflektieren und über den Sinn des Lebens nach zu denken.
Prof.em Dr.Hans-Günter Rolff
Burkhard Mielke: Orte und Momente. Bernau bei Berlin 2025
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