Bad Driburg


Ein 80. Geburtstag wird in Münster gefeiert in dem Traditionsgasthaus Leven von 1607. Bei hervorragendem Essen und guten Weinen verbringen wir einen familiären Geburtstagsabend. Neben mir sitzt Michael Sulzbacher, der für seine Schwester Monika den heutigen Abend organisiert hat. Der Bedarf an Mineralwasser steigt wegen der großen Hitze des Tages. Und dann passiert beim Nachfüllen der Gläser etwas, was vom Essen plötzlich völlig ablenkt. Bad Driburg sagt Michael und zeigt auf die Wasserflasche Er sieht den Aufdruck“ Bad Driburg“ und diesen auch daneben auf dem kleinen Wasserglas. Ich komme kaum dazu mich über die etwas emphatische Beachtung eines Mineralwassers zu wundern, da sprudelt es schon aus aus ihm heraus. Der Name einer Quelle als Auslöser für die Geschichte dieser Quelle, aus der das Wasser stammt, Ein Bischof, eine fast verkommene Quelle , später verkauft an einen adeligen Kaufmann, der sich um die Wiederherstellung bemühte, die Villa des Besitzers der Quelle , ein altes Möbelstück…

.Interesse entwickelt sich bei mir und ich versuche in meine Gedanken Ordnung zu bringen, wie sich die einzelnen Aspekte des Gesagten zusammen finden.

Es gibt diese Quelle und sie hat eine lange Geschichte, die zurückführt ins Mittelalter, in die Zeit des 16. Jahrhunderts.

Dem Bischof von Paderborn und dem Bistum.gehörte die Quelle bei Driburg im Eschbachtal, Diese Quelle zeigt beispielhaft den Wandel von sakralen Rechten über adelige Verwaltung zu bürgerlichen Strukturen. Die Wald-Quell- und Wasserrechte waren kirchliche Regalien (Hoheitsrechte) – also kein normaler Grundbesitz Die Verwaltung oblag der bischöflichen Kanzlei.

Unter dieser Verwaltung war die Quelle heruntergekommen, nicht mehr für Trinkwasser geeignet und der Bischof, umsichtig und geschäftstüchtig, verkaufte sie an einen Interessenten, den wohlhabenden adligen Kaufmann Heinrich von Stierstorstorpff. Zu dieser Zeit war die Belehung oder der Verkauf dieser Regalien ein normaler Vorgang.

Was aber war der Anstoß für Michael beim Lesen des Namens der Quelle so viel Erinnerungen und Verbindungen zurückzugewinnen .

Es war ein Zylinderschrank, der ihn in die Villa des Adligen Kaufmanns Caspar Heinrich von Sierstorpff und ehemaligen Besitzers Besitzers der Driburger Quelle führte.

und ein ähnlicher bei ihm zu Hausein Laer

Er zog nach dem Abitur mit seiner Band monatelang durch Spanien, eröffnete danach Kneipen und eine Diskothek in Münster und jetzt Spezialist für antike Möbel?

Es sind schillernde Viten, die am Ende etwas Besonderes erreichen. Subkutan war es immer sein Interesse seit er als Junge seinen Vater begleitete, der mit antiken Bauernmöbeln handelte.

Heute zählt er zu den ausgewiesenen Kennern der europäischen Möbelkunst des 18. Jahrhunderts. Er lebt in Laer (Nordrhein-Westfalen), wo er sich zudem in der Erhaltung historischer Bausubstanz engagiert. Seine Arbeit steht exemplarisch für eine Verbindung von Forschung, Handel und Denkmalpflege, die den Blick auf historische Möbel erweitert und vertieft.

Den Zylinderschrank kaufte er bei einem Händler in Berlin. Die Kenntnis von einem ähnlichen Exemplar erhielt er durch Zufall. Ein Freund von ihm schenkte ihm ein zufällig auf einem Grabbeltisch gefunden Buch mit den Worten …da sind ganz viele Möbel drin. und dort fand er ein Foto aus der gleichen Tischlerei wie die seines Zylinderschranke. Die Recherche mit Hilfe des Westfälischen Adelsarchivs in Münster führte dann in das Gräfliche Kurhaus in Bad Driburg.

Und wie perplex war er als ich bei seinem Besuch die Tür öffnete und der Nachfahre und jetzige Besitzer sah aus wie sein Vorfahr. auf den alten Gemälden. Bei ihm stand dieses besondere Möbel einfach als Familienbesitz im Wohnzimmer Und erst in der Begegnung mit Michael erfuhr die Familie wie besonders dieser Schrank ist.

Es ist eine bestimmte Epoche der edlen Tischlerei, für den Adel und die Königshäuser. Iim Mittelpunkt steht David Röntgen, der den Stil dieser Epoche prägte.

Veröffentlicht von

Dr.Mielke Burkhard

Autor: Dr. Burkhard Mielke Berlin ist meine Stadt – Geburtsort und seit Jahren wieder die Stadt, in der ich lebe. Geprägt hat mich am meisten mein Studium der Romanistik und des Sports an der Sporthochschule und Universität zu Köln. Begeistert hat mich jedoch meine Promotion zum Dr. phil. Diese ermöglichte mit dem Thema „Tourismus oder Völkerverständigung? Die internationalen Begegnungen der Schulen“ , eine Verbindung herzustellen zwischen der Faszination des Reisens und der Begegnung von Jugendlichen, Kulturen und Lebensorten. Als junger Lehrer waren es Schüler-Austauschfahrten mit Tunesien, als Schulleiter die Schulpartnerschaften mit Upstate New York, Beijing und Shanghai, als Präsident der Europäischen Schulleitungsvereinigung (ESHA) und Board Member der Internationalen Schulleitungsorganisation (ICP) viele internationale Tagungen zur Bildung der Jugend an unterschiedlichsten Orten der Welt. Immer war es mein Bestreben, andere mitzunehmen in diese Faszination des einen Augenblick lang Fremden, des Austausches und der neuen Erfahrungen, die uns auf immer andere Weise sagen: Ja, dies ist unsere Welt.

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