Die drei kleinen Schluchten
Die drei goßen und die drei kleinen Schluchten haben heute ihren Zauber verloren. Ich hatte das Glück auf einer der letzten Fahrten durch diese Schluchten zu sein, bevor der neue Staudamm aus den weltberühmten tiefen Schlichten ein breites Gewässer ohne den alten Reiz machte
Heute nach Fertigstellung des Staudamm liegt Fengdu als Geisterstadt 37 Meter unter Wasser, der Tempel mit dem Eingang des Hades ist eine Insel, der Jangtse hat an Breite gewonnen und seine Wildheit verloren. Die Jangtse Schiffe haben die Größe der Aida Flotte.
Von den 3 kleinen Schluchten am Daning Fluß ist nur noch die oberste übrig geblieben. Der Zauber der tiefen Schluchten ist dem Staudamm geopfert worden.

Der Danang Fluss mit den drei kleinen Schluchten
Teil der Yangtsefahrt war auch ein Tagesabstecher zu den nun verlorenen kleinen Schluchten. Ein irreparabler Verlust, der die ganze Region veränderte. An diese kleinen Schluchten soll hier erinnert werden.
Nach der ersten Schlucht wird der Strom wieder breit und wir kommen nach Wuxia (Wushan), dem Ort wo, die zweite Schlucht, die Wu Schlucht beginnt Hier mündet der Daning Fluss in den Yangtze, der sich seinen Weg durch die so genannten „drei kleinen Schluchten“ Xiao San Xia bahnt. Diese drei kleinen Schluchten gehören auch zu den 40 Haupttouristenattraktionen Chinas. Wir zwängen uns in einen alten klapprigen Bus und fahren bis in eine kleine Stadt. Hier sehen wir, wie China in der Provinz noch aussieht Ein ungeheurer Lärm aus Geschrei und Autogehupe umgibt uns, die Straße ist so voller Löcher, dass man meint, der Bus hätte keine Stoßdämpfer. Überall herrscht geschäftiges Treiben. Lastenträger laufen mit ihrem Bambusstangen und transportieren alles, was irgendwo gebraucht wird. Es ist unwahrscheinlich dreckig und mitten drin sitzen die Leute: die Garküchen dampfen und sie sitzen in diesem Gewusel und essen. Die kleinen Kinder mit ihren vorn und hinten offenen Hosen laufen dazwischen herum. Haare werden geschnitten, alles spielt sich in der Öffentlichkeit ab. Solche Szenen sind hier nichts außergewöhnliches und wir haben sie auch schon woanders gesehen. Aber hier ist alles viel enger , primitiver und irgendwie rücksichtsloser. Die Leute stehen seelenruhig auf der Straße, obwohl die Wagen vorbei müssen, die Fahrer ihrerseits sind rücksichtslos und meinen, wer hupt, kann weiter fahren. Die Straßen sind so eng dass man kaum durchkommt. Dann müssen wir aussteigen und den Berg hinunter zum Flussufer gehen. Hier liegen an die 100 kleine, verrostete Boote für die Fahrt durch die kleinen Schluchten. Der übliche Kampf um die Boote beginnt mit dem Einsteigen über kleine Planken und hemmungslosem Schieben und Vordrängen. Schließlich haben wir nach längerer Zeit alle unseren Platz in einem Boot und es könnte losgehen. Die Boote müssen in die Mitte des kleinen flachen Flusses und von dort durch eine sehr enge, flache Stelle fahren, ein schwieriges Unternehmen. Wenn dieses organisiert abliefe, wären wir schon längst weg. Nach welchen Spielregeln es abläuft, ist für uns nicht zu erkennen. Wir haben über eine Stunde gebraucht, ehe es richtig losgeht. Aber dafür werden wir belohnt. Unter der Brücke hindurch, die die Grand Dragon Gate Gorge überspannt, führt die erste Schlucht 12,3 km den Fluss hinauf nach Dongpingba. Die Sicht hier ist besser als in den Yangtze Schluchten und das Wasser ist klar im Gegensatz zu dem gelb des Yangtze. Es ist faszinierend auf diesem schmalen Fluss zwischen den steil aufragenden Bergen zu fahren. Wenn sich über uns Felsbrocken lösen würden, würden sie direkt auf uns fallen. Bergziegen „kleben“ an den Steilhängen. Wenn auf einer Seite etwas mehr Platz ist, sehen wir Bauern, die mit Ochsen die kleinen Felder an steilen Hängen bearbeiten. Unsere Führerin erklärt uns
etwas über die kleinen Schluchten. Über merkwürdige viereckige Löcher hoch oben in den Felswänden, die in Kriegszeiten als Orientierung dienten. Man kommt sich sehr klein vor in diesem Boot zwischen den Steilhängen. Die Fahrt mit dem Boot ist ein Abenteuer. Der Fluss ist an vielen Stellen sehr eng und manchmal sind nur wenige Zentimeter Wasser unter uns. Inseln, Stromschnellen und die natürlichen Windung des Flusses fordern den vollen Einsatz des Steuermanns und der Männer vorne im Boot, die mit langen Bambusstangen mit einer Eisenspitze das Boot von den Felswänden wegdrücken oder mit großem Kraftaufwand diese in den Boden des Flusses stemmen um dem Boot eine andere Richtung zu geben. Oft kommt das Boot auf dem Kies auf und es knirscht gewaltig. Wir dürfen vorne sitzen und werden von der Besatzung gleich auf Geld für diesen Sonderservice angesprochen. Nach einer Stunde Fahrt müssen wir alle aussteigen und über eine Treppe den Berg hinauf an einer langen Reihe von Ständen vorbei, an denen Unmengen von Kitsch und Essen angeboten wird. Angeblich ist es an dieser Stelle der Schluchten zu gefährlich, voll beladen zu fahren. In Wirklichkeit eher ein Abkommen, um die einheimische Bevölkerung am Tourismus teilhaben zu lassen. Ein Gutes hat dieser Stopp: wir haben von oben einen sehr guten Blick auf den Fluss und die in einer langen Reihe fahrenden Boote. Dann steigen wir etwas weiter Flussabwärts wieder ein und es geht noch eine Stunde so weiter, durch diese herrliche Landschaft. Beim nächsten Stopp werden die Boote wenden. Wir steigen wieder den Berg zu dem kleinen Ort hinauf. Dort ist ein Museum mit Exponaten aus der Gegend. Was dieses Museum interessant macht, sind zwei Särge. Das Volk, das hier früher lebte bestattete, die Leichen hoch oben in Nischen steiler Felswände, „die hängenden Gräber“ aus der Han Dynastie. Und niemand weiß, wie man dorthin gelangte und wer diese Bestattungen vorgenommen hat. Zwei Särge aus dieser Zeit mit Knochen sind hier ausgestellt. In einem Sarg ist auch ein 14-jähriges Mädchen als „Begleiterin“ mitgegeben worden. Auf der Rückfahrt werden wir zwei dieser Sargnischen in den Felsen sehen, in denen die Särge noch vorhanden sein sollen. Wir gehen auf der anderen Seite wieder über Treppen zum Fluss hinunter zurück aufs Boot. Auf der Rückfahrt werden uns alle möglichen Felsformationen erklärt und die Chinesen sind mit Begeisterung dabei, sie zu erkennen. Zurück an Bord unseres Yangtze Schiffes geht die Fahrt weiter hinein in die zweite Schlucht, die wir von der Kapitänsbrückeeaus erleben.
